EGE SOCKS

Eigenmarke statt Handelsware: Einstieg für Wiederverkäufer

Der Wechsel von Handelsware zur Eigenmarke lohnt sich, sobald Sie von einem Artikel genug verkaufen, um die Mindestmenge je Design und Farbe mit Tiefe zu füllen, und sobald der Preisdruck im Wettbewerb Ihre Marge auf identischer Ware auffrisst. Sie gewinnen Preishoheit und ein Produkt, das niemand sonst führt. Sie übernehmen dafür das Lagerrisiko und die Verantwortung für die Kennzeichnung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei identischer Handelsware bleibt der Preis das einzige Unterscheidungsmerkmal.
  • Eigenmarkenware lässt sich nicht in einen anderen Kanal abgeben, wenn sie liegen bleibt.
  • Mindestmengen gelten je Design und Farbe, deshalb entscheidet die Tiefe je Artikel.
  • Die Haftung für das Etikett wechselt zu Ihnen, auch wenn das Werk es näht.
  • Zwei sauber spezifizierte Artikel schlagen acht dünn eingekaufte.

Wann sich der Wechsel rechnet

Zwei Bedingungen sollten zusammenkommen.

Die erste ist Menge. Bei EGE SOCKS liegt die Mindestmenge für eine Eigenmarke typischerweise bei 1.200 Paar je Design; die endgültigen Konditionen richten sich nach Garn, Konstruktion, Verpackung und Auftragsdetails, die genauen Zahlen erhalten Sie mit dem Angebot auf Ihre Anfrage. Wer von einem Artikel in einer Farbe nur ein paar hundert Paar im Jahr verkauft, bindet mit einer Eigenmarke Kapital ohne Gegenwert.

Die zweite ist Wettbewerbsdruck. Solange Sie Handelsware verkaufen, die drei andere Händler ebenfalls listen, ist der Preis das einzige Argument. Eine Eigenmarke gibt Ihnen eine eigene Spezifikation: gekämmte Baumwolle 30/1 auf 200N mit Rippbund und Verstärkung statt dessen, was ohnehin im Markt ist.

Wenn nur eine der beiden Bedingungen zutrifft, ist Warten meist die bessere Entscheidung.

Was sich in der Kalkulation ändert

PositionHandelswareEigenmarke
Einkaufspreis je PaarHöher, Marge des Händlers enthaltenNiedriger bei ausreichender Tiefe
EinmalkostenKeineMusterung, Programmierung, Etikettengestaltung
KapitalbindungGering, Nachkauf jederzeitHoch, ganze Mindestmenge im Voraus
LieferzeitSofort ab Lager3 bis 4 Wochen plus Transport
LagerrisikoBeim LieferantenBei Ihnen
PreishoheitEingeschränktBei Ihnen
RestverwertungMöglichKaum möglich

Die letzte Zeile wird beim Umstieg regelmäßig unterschätzt. Neutrale Ware lässt sich abverkaufen, verbilligen oder an einen anderen Händler abgeben. Ware mit Ihrem Etikett im Bund bleibt bei Ihnen, bis sie verkauft ist.

Der erste eigene Artikel

Beginnen Sie mit dem Artikel, den Sie ohnehin am besten verkaufen, nicht mit dem, den Sie am spannendsten finden. Sie kennen die Nachfrage, die Größenverteilung und den Preispunkt bereits, und genau diese Daten fehlen bei einem neuen Artikel.

Legen Sie die Spezifikation vollständig fest: Nadelzahl, Garn und Zusammensetzung in Prozent, Konstruktion, Größenstaffel mit Verteilung, Pantone-TCX-Farbreferenz, Kennzeichnungsart und Verpackung. Was hier offen bleibt, entscheidet das Werk nach seinen Gewohnheiten. Die Details stehen auf der Seite Private Label Socken.

Die Musterung dauert üblicherweise 5 bis 7 Tage, die Serienproduktion 3 bis 4 Wochen. Unterschreiben Sie das freigegebene Muster und bewahren Sie es mit Garnpartie auf; ab da ist es die Referenz. Der Ablauf ist auf der Seite Sockenproduktion beschrieben.

Kennzeichnung wird Ihre Aufgabe

Sobald Ihr Name auf dem Produkt steht, bringen Sie es in Verkehr und haften für die Richtigkeit der Angaben. In der EU folgt die Faserzusammensetzung der Verordnung 1007/2011 und muss der tatsächlichen entsprechen. Pflegesymbole, Größenkonventionen und Barcodeformat kommen je nach Kanal hinzu.

Liefern Sie dem Werk fertige Etikettendateien statt einer Beschreibung. Etiketten nach bloßer Beschreibung sind die häufigste Ursache für Nachdruckkosten beim ersten Auftrag. Bei Werbeartikeln gehört die Verpackung oft zum Angebot selbst; siehe Werbesocken.

Technische Checkliste für den Einkauf

  • Prüfen Sie beide Bedingungen: ausreichende Menge und Preisdruck im Wettbewerb.
  • Starten Sie mit Ihrem bestverkauften Artikel, nicht mit einem neuen.
  • Rechnen Sie Einmalkosten und Kapitalbindung in die Kalkulation ein.
  • Legen Sie die Spezifikation vollständig fest, inklusive Prozentangaben.
  • Liefern Sie Pantone-TCX-Referenzen und fertige Etikettendateien.
  • Klären Sie die Kennzeichnungspflicht für jeden Absatzmarkt.
  • Fordern Sie Mindestmengen und Staffeln je Design und Farbe an.
  • Unterschreiben Sie das Freigabemuster und legen Sie es mit Garnpartie ab.
  • Planen Sie ohne Restverwertungsmöglichkeit für Eigenmarkenware.
  • Behalten Sie Handelsware für langsam drehende Positionen bei.

Häufige Fragen

Ab wann lohnt sich eine Eigenmarke für Wiederverkäufer?

Wenn Sie von einem Artikel genug verkaufen, um die Mindestmenge je Design und Farbe mit Tiefe zu füllen, und wenn der Wettbewerb auf identischer Handelsware Ihre Marge drückt.

Was ist der Unterschied zwischen Handelsware und Eigenmarke?

Handelsware ist ein bestehender Artikel, den auch andere Händler führen. Bei einer Eigenmarke wird nach Ihrer Spezifikation gefertigt, sodass Sie Konstruktion, Garn und Passform bestimmen.

Welche Kosten kommen beim Umstieg dazu?

Einmalkosten für Musterung, Maschinenprogrammierung und Etikettengestaltung, dazu eine deutlich höhere Kapitalbindung, weil die gesamte Mindestmenge im Voraus finanziert wird.

Was passiert mit Eigenmarkenware, die liegen bleibt?

Sie lässt sich kaum in einen anderen Kanal abgeben, weil Ihr Name im Bund steht. Deshalb sollte die erste Eigenmarkenserie schmal und tief statt breit und dünn eingekauft werden.

Wer haftet für das Etikett bei einer Eigenmarke?

Sie, sobald Sie die Ware in Verkehr bringen. Die Faserzusammensetzung muss der tatsächlichen entsprechen, in der EU nach Verordnung 1007/2011.

Fertigt EGE SOCKS für Wiederverkäufer unter deren Marke?

Ja. EGE SOCKS arbeitet auf Private-Label- und OEM-Basis mit eigener Fertigung in der Türkei, OEKO-TEX zertifizierter Produktion und ISO 9001:2015.

Wie lange dauert der erste Eigenmarkenauftrag?

Etwa 5 bis 7 Tage Musterung, danach Ihre Freigabezeit, dann 3 bis 4 Wochen Serienproduktion, zuzüglich Transport nach vereinbarter Lieferbedingung.

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