Ab Werk oder über den Zwischenhandel: die Mengenschwelle
Der Direktbezug ab Werk senkt den Preis pro Paar und gibt Ihnen Kontrolle über die Spezifikation. Dafür gelten Mindestmengen je Design und Farbe, es vergehen 3 bis 4 Wochen Produktion plus Transport, und das Lagerrisiko liegt bei Ihnen. Der Zwischenhandel kostet Marge, liefert dafür sofort und in kleinen Mengen. Welcher Weg günstiger ist, entscheidet Ihr Volumen je Artikel, nicht Ihr Gesamtumsatz.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Schwelle wird je Design und Farbe berechnet, niemals auf den Jahreseinkauf.
- Beim Werk beschreiben Sie ein Produkt, beim Händler wählen Sie aus dem Vorhandenen.
- Direktbezug bedeutet, Transport, Dokumente und Kontrolle selbst zu organisieren.
- Das Lagerrisiko wechselt in dem Moment zu Ihnen, in dem Sie direkt kaufen.
- Viele Betriebe fahren beides: Basisartikel ab Werk, Ergänzung aus Lagerbestand.
Wo die Schwelle liegt
Die Rechnung ist einfacher, als sie wirkt. Wer von einem Artikel in einer Farbe ein paar hundert Paar im Jahr verkauft, fährt mit dem Zwischenhandel günstiger, auch wenn der Paarpreis höher aussieht. Sie zahlen dafür, dass ein anderer den Bestand finanziert.
Wer von demselben Artikel mehrere tausend Paar verkauft, dreht die Rechnung um. Bei EGE SOCKS liegt die Mindestmenge für Sonderanfertigungen typischerweise bei 1.200 Paar je Design; die endgültigen Konditionen richten sich nach Garn, Konstruktion, Verpackung und Auftragsdetails.
Der wiederkehrende Denkfehler ist das Rechnen mit dem Jahresvolumen. Zwanzigtausend Paar klingen nach Werksauftrag, verteilt auf zwanzig Artikel in drei Farben sind es sechzig kleine Partien.
Was sich unterscheidet
| Aspekt | Ab Werk | Zwischenhandel |
|---|---|---|
| Preis pro Paar | Niedriger bei ausreichender Tiefe | Höher, Marge enthalten |
| Spezifikation | Sie bestimmen Garn, Nadelzahl, Konstruktion | Auswahl aus dem Sortiment |
| Mindestmenge | Je Design und Farbe | Je Karton oder Stück |
| Lieferzeit | 3 bis 4 Wochen plus Transport | Sofort ab Lager |
| Lagerrisiko | Bei Ihnen | Beim Händler |
| Eigenmarke | Möglich | In der Regel nicht |
| Transport und Zoll | Ihre Aufgabe | Erledigt |
Der eigentliche Gewinn ist nicht der Preis, sondern die Spezifikation. Ab Werk lässt sich gekämmte Baumwolle 30/1 auf 200N mit Rippbund und Fersenverstärkung bestellen, statt mit dem zu arbeiten, was gerade im Lager liegt. Was einstellbar ist, steht auf der Seite Sockenproduktion. Für eine Eigenmarke führt praktisch kein Weg am Werk vorbei; siehe Private Label Socken.
Was auf Ihrem Tisch landet
Die Lieferbedingung ist der erste Punkt. FOB ab türkischem Hafen ist die übliche Basis: Das Werk trägt Kosten und Risiko bis zur Verladung, den Transport organisieren Sie. Das gibt Kontrolle und erlaubt es, Sendungen zu bündeln, ist aber Arbeit.
Die Kennzeichnung ist der zweite. Wer die Ware in Verkehr bringt, haftet für die Richtigkeit der Faserzusammensetzung, in der EU nach Verordnung 1007/2011. Beim Kauf über einen inländischen Händler ist das meist schon erledigt.
Bleibt die Qualitätskontrolle. Legen Sie vorab fest, ob während der Produktion, vor Versand oder zu beiden Zeitpunkten geprüft wird und wer das bezahlt. Das unterschriebene Freigabemuster ist die Referenz bei jeder späteren Diskussion.
Nicht jeder Artikel gehört ins Werk
Das stärkste Argument gegen den vollständigen Direktbezug ist die Sortimentsform. Langsamdreher binden eine ganze Saison lang Kapital, und eine Werksmindestmenge auf einen Artikel, von dem Sie 300 Paar im Jahr verkaufen, ist unabhängig vom Stückpreis ein schlechtes Geschäft.
In der Praxis teilen die meisten Betriebe auf: Kernartikel mit echter Tiefe gehen unter eigener Marke ins Werk, der Rest des Sortiments wird aus Lagerbestand ergänzt. Das funktioniert, solange beide Ströme in der Planung getrennt bleiben. Welche Artikel den Direktweg tragen, zeigt sich etwa bei Sportsocken und Businesssocken.
Technische Checkliste für den Einkauf
- Berechnen Sie das Volumen je Design und Farbe, nicht den Jahreseinkauf.
- Fordern Sie Staffelpreise an, um Ihre eigene Schwelle zu finden.
- Vergleichen Sie die Kosten frei Lager inklusive Fracht und Zoll.
- Legen Sie Lieferbedingung und Zielhafen im Angebot fest.
- Prüfen Sie, wer in Ihrem Markt für die Kennzeichnung haftet.
- Vereinbaren Sie Prüfzeitpunkt und Kostenträger.
- Bewahren Sie das Freigabemuster mit Garnpartie auf.
- Halten Sie Verpackung und Kartonmarkierung schriftlich fest.
- Rechnen Sie Nachbestellungen vom Ausverkaufsdatum rückwärts.
- Trennen Sie Werksaufträge und Lagerzukauf in der Planung.
Häufige Fragen
Ab welcher Menge lohnt sich der Direktbezug ab Werk?
Sobald Ihr Volumen je Design und Farbe die Mindestmenge mit echter Tiefe erreicht. Bei einigen hundert Paar je Artikel ist der Zwischenhandel meist günstiger, weil Sie den Bestand nicht finanzieren.
Wie hoch ist die Mindestmenge bei einem Sockenwerk?
Mindestmengen gelten je Design und Farbe, nicht je Sendung. Bei EGE SOCKS liegt die Mindestmenge für Sonderanfertigungen typischerweise bei 1.200 Paar je Design; die endgültigen Konditionen hängen von Garn, Konstruktion, Verpackung und Auftragsdetails ab.
Welche Lieferbedingung ist üblich?
FOB ab türkischem Hafen, weil der Käufer den Transport steuert und Sendungen bündeln kann. EXW und CIF sind ebenfalls möglich, verschieben aber Kosten und Risiko.
Kann ich über den Zwischenhandel eine Eigenmarke führen?
In der Regel nicht. Eine Eigenmarke setzt Fertigung nach Ihrer Spezifikation voraus, was in der Praxis zu einem Werk mit Private-Label- oder OEM-Betrieb führt.
Wer haftet für die Kennzeichnung?
Das Unternehmen, das die Ware in Verkehr bringt. In der EU muss die Faserzusammensetzung der tatsächlichen entsprechen, nach Verordnung 1007/2011.
Wie lange dauert ein Werksauftrag?
Bei neuen Artikeln 5 bis 7 Tage Musterung, dann 3 bis 4 Wochen Serienproduktion, abhängig von Menge, Musterkomplexität und Garnverfügbarkeit, zuzüglich Transport.
Lassen sich beide Kanäle gleichzeitig nutzen?
Das ist der Normalfall. Kernartikel mit Tiefe gehen unter eigener Marke ins Werk, langsam drehende Artikel werden aus Lagerbestand ergänzt.
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