Sockenherstellung Schritt für Schritt: Stricken bis Verpacken
Die Sockenherstellung läuft in sieben Schritten: Garnvorbereitung, Stricken auf der Rundstrickmaschine, Ketteln der Zehenpartie, Waschen und Fixieren, Formen auf Metallformen, Paaren und Prüfen, zuletzt Verpacken. Die Fehler, die beim Kunden ankommen, entstehen meist nach dem Stricken, nicht beim Stricken selbst.
Das Wichtigste in Kürze
- Stricken ist der sichtbare Teil, die meisten Reklamationen kommen aus den Schritten danach.
- Eine schlecht eingestellte Kettelnaht spürt der Träger bei jedem Schritt.
- Beim Fixieren zeigt sich, ob die Farbechtheit ausreicht.
- Das Formen entscheidet, ob die Größe am Ende stimmt.
- Wer die Schritte kennt, kann den Prüfzeitpunkt gezielt setzen statt pauschal zu prüfen.
1. Garnvorbereitung
Alles beginnt an der Garnkone: gekämmte Baumwolle 30/1, kardierte Baumwolle 20/1 oder Bambus 20/1, dazu Polyamid und Elastan in kleinen Anteilen.
Hier werden die Partienummern erfasst. Farbunterschiede zwischen zwei Partien sind das Problem, das erst bei der Nachbestellung auftaucht und die Präsentation im Regal ruiniert. Deshalb gehört die Partienummer an den Produktionsauftrag und an das Freigabemuster.
2. Stricken
Die Socke entsteht auf einer Rundstrickmaschine. Die Nadelzahl bestimmt die Feinheit und damit die Grenze der Logodarstellung: 156N für Alltags-, Sport- und Werbeartikel mit dickeren Garnen, 200N für Business, Anzugsocken und feine Muster.
In diesem Schritt entsteht auch die Konstruktion: Rippbund, Frottee-Sohle falls vorgesehen, Verstärkung an Ferse und Zehen. Was sich einstellen lässt, steht auf der Seite Sockenproduktion.
Die Socke verlässt die Maschine an der Zehenpartie offen. Das ist kein Mangel, sondern der Ablauf.
3. Ketteln
Hier wird die Socke geschlossen. Eine sauber eingestellte Naht liegt flach unter den Zehen, eine schlechte trägt auf und wird bei jedem Schritt bemerkt.
Das ist die günstigste Prüfstelle überhaupt: Muster wenden und mit dem Finger über die Innenkante fahren. Wer dort eine Kante spürt, wird sie in tausenden Paaren wiederfinden.
4. Waschen und Fixieren
Die Ware wird gewaschen und fixiert, um Maße zu stabilisieren und Produktionsrückstände zu entfernen. Bei dunklen Farben und bei Artikeln mit kontrastierendem Logo zeigt sich an dieser Stelle, ob die Farbechtheit ausreicht, denn Farbe kann auf helle Partien wandern.
Fragen Sie, welche Prüfungen intern laufen und welche in ein externes Labor gehen, insbesondere Wasch- und Farbechtheit.
5. Formen
Die Socke wird bei Wärme über Metallformen gezogen und erhält so ihre endgültige Form und Größe. Die Form ist der Grund, warum eine Größe 39/42 am Ende auch so ausfällt.
Abgenutzte Formen oder schlecht geregelte Temperatur erzeugen Größenunterschiede innerhalb derselben Partie. Das lässt sich auf Fotos nicht erkennen, sondern nur durch Messen mehrerer Stück aus verschiedenen Kartons.
6. Paaren und Prüfen
Die Paare werden zusammengelegt und stichprobenweise geprüft: Strickfehler, Farbgleichmäßigkeit, Verlauf der Kettelnaht, Maßhaltigkeit.
| Schritt | Was geprüft wird | Wer üblicherweise prüft |
|---|---|---|
| Während des Strickens | Garnfehler und Fadenbruch | Maschinenbediener |
| Nach dem Ketteln | Sauberkeit der Zehennaht | Interne Kontrolle |
| Nach dem Fixieren | Farbechtheit und Maße | Intern oder Labor |
| Vor dem Verpacken | Endkontrolle per Stichprobe | Qualitätsabteilung |
| Vor dem Versand | Menge und Verpackung | Käufer oder Dritter |
7. Verpacken und Versand
Verpackt wird nach der vereinbarten Form: loser Beutel, Karton zum Aufhängen, Mehrfachpack oder Geschenkbox. Anschließend werden die Kartons nach der Größenverteilung aus der Packliste befüllt und markiert.
Die Musterung dauert üblicherweise 5 bis 7 Tage, die Serienproduktion 3 bis 4 Wochen, abhängig von Menge, Musterkomplexität und Garnverfügbarkeit. Sportartikel mit Frottee-Sohle brauchen mehr Maschinenzeit; Details dazu auf der Seite Sportsocken. Für einen konkreten Zeitplan können Sie Kontakt aufnehmen.
Technische Checkliste für den Einkauf
- Lassen Sie die Garnpartie am Produktionsauftrag und am Muster erfassen.
- Legen Sie die Nadelzahl je Artikel vor der Musterung fest.
- Prüfen Sie die Kettelnaht bei jedem Muster von Hand.
- Fragen Sie, wo Wasch- und Farbechtheit geprüft werden.
- Erkundigen Sie sich nach Temperaturführung und Zustand der Formen.
- Halten Sie die Endkontrolle per Stichprobe schriftlich fest.
- Wählen Sie den Prüfzeitpunkt: während der Produktion, vor Versand oder beides.
- Legen Sie die Verpackungsform vor Produktionsstart fest.
- Lassen Sie Kartonmarkierung und Größenverteilung in die Packliste schreiben.
- Fragen Sie nach der Zweite-Wahl-Quote und ihrer Meldung.
Häufige Fragen
Wie läuft die Sockenherstellung ab?
In sieben Schritten: Garnvorbereitung, Stricken auf der Rundstrickmaschine, Ketteln der Zehenpartie, Waschen und Fixieren, Formen auf Metallformen, Paaren und Prüfen, Verpacken und Versand.
Warum verlässt die Socke die Maschine offen?
Weil die Rundstrickmaschine schlauchförmig strickt und die Zehenpartie offen lässt. Sie wird anschließend beim Ketteln geschlossen. Das gehört zum normalen Ablauf.
Wo entstehen die häufigsten Fehler?
Beim Ketteln und beim Fixieren. Eine schlecht eingestellte Zehennaht wird beim Tragen bemerkt, und mangelnde Farbechtheit zeigt sich beim Waschen, vor allem bei dunklen Farben.
Wozu dient das Formen?
Die Socke wird bei Wärme über Metallformen gezogen und erhält ihre endgültige Form und Größe. Abgenutzte Formen oder falsche Temperatur führen zu Größenunterschieden innerhalb einer Partie.
Welchen Prüfzeitpunkt sollte ich wählen?
Kontrolle während der Produktion behebt Fehler früh und ist am günstigsten. Eine Prüfung vor Versand bestätigt Menge und Verpackung. Bei größeren Aufträgen lassen sich beide kombinieren.
Wie lange dauern Muster und Serie bei EGE SOCKS?
Das Muster üblicherweise 5 bis 7 Tage, die Serienproduktion 3 bis 4 Wochen, abhängig von Menge, Musterkomplexität und Garnverfügbarkeit.
Lässt sich die Produktion aus dem Ausland begleiten?
Ja, wenn die Prüfzeitpunkte vorab festgelegt sind und das unterschriebene Freigabemuster als Referenz dient. Ergänzend ist eine unabhängige Prüfgesellschaft vor Versand möglich.
Ein Projekt im Kopf?
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